Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am 11. April rückt die Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG) die wachsende Bedeutung der Erkrankung in den Fokus. Die Parkinsonkrankheit gehört zu den am schnellsten zunehmenden neurologischen Erkrankungen weltweit. Damit gewinnen Prävention und Maßnahmen zur Verbesserung des Alltags von Betroffenen zunehmend an Bedeutung.
Dazu veranstaltet die ÖPG jährlich eine Informationsveranstaltung für Betroffene und Angehörige in wechselnden Regionen Österreichs – heuer am 10. April in Linz: Expert:innen geben praxisnahe Einblicke in moderne Therapien und aktuelle Entwicklungen; im Anschluss steht der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Veranstaltungsdetails:
Festsaal Neues Rathaus
Hauptstraße 1–5, 4041 Linz
10. April 2026, 11.00 bis 15.00 Uhr
Vorträge ab 11.15 Uhr
Diskussion und Austausch ab 13.45 Uhr
Zielgruppe: Betroffene, Angehörige und Interessierte
Eintritt: frei; kostenfreie warme Mahlzeit und Getränke
Anmeldung: erwünscht, nicht verpflichtend
Tel.: +43 890 34 74
E-Mail: parkinsontag@parkinson.at
Infos: www.parkinson.at
Wien, 01.04.2026 – Aktuell leben in Österreich rund 25.000 bis 30.000 Menschen mit Parkinson – mit steigender Tendenz, auch bedingt durch die höhere Lebenserwartung. „Parkinson zählt als chronische Erkrankung zu den größten globalen Herausforderungen für Gesundheitssysteme und Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, die Betreuung und Versorgung von Betroffenen gezielt weiterzuentwickeln“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Weber, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN), die sich verstärkt für Hirngesundheit einsetzt.
Parkinson entsteht durch den fortschreitenden Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen im Gehirn, insbesondere in der Substantia nigra. Typische Symptome sind Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit sowie Gleichgewichts- und Gangstörungen. Die Ursachen werden durch Forschungsfortschritte klarer: Neben genetischer Veranlagung spielen auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und Pestizide eine Rolle.
Die Behandlung kombiniert verschiedene Therapieformen. Neben der sehr individuell angepassten medikamentösen Therapie kommen nicht medikamentöse Maßnahmen wie Physio-, Ergo- und Logopädie, psychologische Unterstützung und die Angebote von Selbsthilfegruppen zum Einsatz. Für regelmäßige, anstrengende Bewegung gibt es wissenschaftliche Hinweise auf einen echten Einfluss auf den Erkrankungsfortschritt. Bei Schwankungen der Medikamentenwirkdauer oder Überbewegungen als Nebenwirkung gibt es – immer auf individuellen Faktoren beruhend – eine Auswahl zwischen mehreren gerätegestützten Verfahren: außerhalb des Körpers getragenen Pumpensystemen oder der tiefen Hirnstimulation.
Parkinson ist nach wie vor nicht heilbar, doch die Forschung macht große Fortschritte. Neue Erkenntnisse – insbesondere zu genetischen Ursachen – eröffnen vielversprechende Ansätze. Weltweit werden zahlreiche Studien durchgeführt, die zum Ziel haben, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder im Idealfall aufzuhalten. Gleichzeitig werden neue symptomatische Therapien entwickelt, die Beschwerden wirksam lindern und die Lebensqualität verbessern. „Entscheidend ist, dass diese Fortschritte auch in Österreich rasch und für alle Patientinnen und Patienten zugänglich sind – dafür braucht es einerseits verstärkte Forschungsförderung, andererseits die Erstattung zugelassener, nachgewiesen wirksamer Therapien“, betont Priv.-Doz.in Dr.in Regina Katzenschlager, Präsidentin der Österreichischen Parkinson-Gesellschaft (ÖPG).
Die Erkrankung wird häufig mit höherem Alter assoziiert, kann jedoch auch jüngere Menschen betreffen – auch in Phasen hoher beruflicher und familiärer Verantwortung. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen; als mögliche Ursachen werden hormonelle und genetische Einflüsse sowie Unterschiede bei Umwelt- und Lebensstilfaktoren diskutiert.
„Vorbeugende Maßnahmen gewinnen an Bedeutung. Dazu gehören eine weitere Reduktion schädlicher Umweltfaktoren wie Pestizide und Luftverschmutzung, andererseits auf individueller Ebene Bewegung, Sport, ausgewogene Ernährung, vor allem Vermeiden künstlich verarbeiteter Nahrungsmittel, und Vorsorgeuntersuchungen. Es gibt auch erste Hinweise darauf, dass Infektionen das Parkinsonrisiko erhöhen und umgekehrt Impfungen günstig sein könnten – auch in diese Richtung laufen weitere Studien“, betont Dr. Katzenschlager.
Die internationale Forschung konzentriert sich zunehmend auf frühere Diagnosen und gezieltere Behandlungsstrategien, die vor allem auf laufenden Erkenntnissen aus genetisch bedingten Zellveränderungen beruhen. Personalisierte Ansätze, eine multiprofessionelle Betreuung auch durch ausgebildete Pflegepersonen und Therapeut:innen, laufend neu zugelassene symptomatisch nachgewiesen wirksame Medikamente und ein früherer Einsatz gerätegestützter Therapien eröffnen bereits jetzt neue Perspektiven für die Betroffenen.
Die Österreichische Parkinson-Gesellschaft ist eine medizinische Fachgesellschaft mit dem Ziel, die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) und anderen Bewegungsstörungen zu verbessern. Besondere Anliegen sind die Förderung von Forschung im Bereich Bewegungsstörungen, die kontinuierliche Fortbildung von medizinischem Fachpersonal sowie die Information von Betroffenen und der Öffentlichkeit über den Morbus Parkinson und verwandte Erkrankungen.
Presse-Rückfragen & Interviewvereinbarung
com.media – Agentur für Kommunikation
Mag. Dr. Karin Assadian
Tel.: +43 676 33 63 568
E-Mail: karin.assadian@commedia.co.at
Web: www.commedia.co.at
Primaria Priv.-Doz.in Dr.in Regina Katzenschlager
Präsidentin ÖPG, Leiterin der Abteilung für Neurologie
Klinik Donaustadt, Abteilung für Neurologie
Langobardenstraße 122
A-1220 Wien
Tel.: +43 (0)128802 4200
E-Mail: regina.katzenschlager@chello.at
Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Weber
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN)
Abteilungsvorstand der Neurologie, Klinikum Klagenfurt
Stv. Medizinischer Direktor
Tel.: +43 463 538-31703
E-Mail: joerg.weber@kabeg.at
E-Mail: neurologie.klagenfurt@kabeg.at
Über die ÖPG
Die Österreichische Parkinson-Gesellschaft ist eine medizinische Fachgesellschaft mit dem Ziel, die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) und anderen Bewegungsstörungen zu verbessern. Besondere Anliegen sind die Förderung von Forschung im Bereich Bewegungsstörungen, die kontinuierliche Fortbildung von medizinischem Fachpersonal sowie die Information von Betroffenen und der Öffentlichkeit über den Morbus Parkinson und verwandte Erkrankungen.
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Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Weber
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Abteilungsvorstand der Neurologie, Klinikum Klagenfurt
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