Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am 11. April lädt die Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG) gemeinsam mit der Parkinson-Selbsthilfe Oberösterreich zu einer großen Informationsveranstaltung nach Linz ein. Unter dem Titel „Was gibt es Neues in der Therapie?“ stehen am 10. April im Festsaal des Neuen Rathauses aktuelle medizinische Entwicklungen, neue Therapieoptionen sowie der Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Expert:innen im Mittelpunkt.
Wien/Linz, 18. Februar 2026 – Der Welt-Parkinson-Tag ist ein zentraler Anlass, um das öffentliche Bewusstsein für Parkinson zu schärfen – eine chronische neurologische Erkrankung, die viele Facetten hat und in ihrer Bedeutung für Betroffene, aber auch für die Öffentlichkeit, oft unterschätzt wird. In Österreich leben derzeit schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Menschen mit Parkinson. Diese Zahl der Erkrankungsfälle nimmt deutlich zu.
„Parkinson ist keine uniforme Erkrankung. Geschlechtsspezifische Unterschiede, moderne Therapieverfahren und die individuelle Lebenssituation müssen gemeinsam berücksichtigt werden“, betont Univ.-Prof. Dr. Raimund Helbok, Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie am Kepler Universitätsklinikum Linz. Ziel moderner Parkinson-Therapie sei es, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Diese Unterschiede unterstreichen die Bedeutung personalisierter und partizipativer Therapiekonzepte, bei denen Patient:innen aktiv in Therapieentscheidungen eingebunden werden.
Die Parkinson-Therapie hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Besonders in frühen und mittleren Krankheitsstadien steht heute ein breites Spektrum wirksamer Medikamente zur Verfügung, die individuell kombiniert werden können (Infotag-Vortrag / Referent OA Dr. T. Mitterling, Kepler Universitätsklinikum). Grundlage ist meist eine orale L-Dopa-Therapie, ergänzt durch Substanzen, die oral, über die Haut, über die Mundschleimhaut oder – neuerdings – als Inhalation verabreicht werden.
Wenn trotz optimaler medikamentöser Kombination ausgeprägte Wirkschwankungen bestehen, sollten gerätegestützte Therapien rechtzeitig geprüft werden (Infotag-Vortrag / Referent OA Dr. R. Resch, Kepler Universitätsklinikum). Dazu zählen äußerlich am Körper getragene Pumpen, die Levodopa oder Apomorphin kontinuierlich unter die Haut abgeben; Apomorphin kann zudem als Bedarfsmedikation mittels eines Pens eingesetzt werden.
„Diese Therapien sollten nicht erst als letzte Option gesehen, sondern frühzeitig individuell evaluiert werden“, so Helbok. Voraussetzung seien eine sorgfältige Patient:innenauswahl und umfassende Aufklärung.
Die Therapien beruhen immer auf einer präzisen Differentialdiagnose (Infotag-Vortrag/ Referentin OÄ Dr.in B. Pischinger, Klinikum Wels-Grieskirchen).
Ergänzend hat hohe Bedeutung, was die Betroffenen selbst beitragen können: eine gesundheitsfördernde Lebensgestaltung (Infotag-Vortrag/ Referentin Dr.in M. Steffelbauer) sowie Physiotherapie und regelmäßige Bewegung (Infotag-Vortrag/ Referentin Mag.a S. Schmidt, Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck). Diese sind zentrale Bestandteile einer ganzheitlichen Behandlung.
Neben medizinischen Fortschritten spielen Information, Austausch und psychosoziale Unterstützung eine zentrale Rolle. „Für Betroffene ist Parkinson nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale und emotionale Herausforderung. Veranstaltungen wie diese zeigen, dass man mit Parkinson nicht allein ist“, betonen Priv.-Doz. Dr. Regina Katzenschlager, Präsidentin der ÖPG, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Ransmayr, Organisator der Veranstaltung (ÖPG), sowie Dr. Michaela Steffelbauer, Präsidentin der Parkinson-Selbsthilfe Oberösterreich.
Im Rahmen der Veranstaltung informieren ausgewiesene Expert:innen verständlich und praxisnah über aktuelle medikamentöse und gerätegestützte Therapieoptionen bei früher und fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung. Ergänzend werden nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung, Alltagsaktivität und psychosoziale Unterstützung thematisiert. Neben Fachvorträgen ist ausreichend Zeit für Fragen, Diskussion und persönlichen Austausch vorgesehen.
Veranstaltungsdetails:
Festsaal Neues Rathaus
Hauptstraße 1–5, 4041 Linz
10. April 2026, 11.00 bis 15.00 Uhr
Vorträge ab 11.15 Uhr
Diskussion und Austausch ab 13.45 Uhr
Zielgruppe: Betroffene, Angehörige und Interessierte
Eintritt: frei; kostenfreie warme Mahlzeit und Getränke
Anmeldung: erwünscht, nicht verpflichtend
Tel.: +43 890 34 74
E-Mail: parkinsontag@parkinson.at
Infos: www.parkinson.at
Die Österreichische Parkinson-Gesellschaft führt, nationalen und internationalen Beispielen folgend, seit Oktober 2025 ein Register, in das sich Patientinnen und Patienten freiwillig eintragen lassen können. Register sind von großer sozialer, gesundheitspolitischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Es gibt bereits mehrere hundert Registrierungen. Die Eingaben erfolgen streng anonymisiert. Derzeit wird das Register, genannt ÖPAR, in sechs österreichischen Kliniken/Krankenhäusern geführt. Es soll in weitere Kliniken und Spitäler ausgerollt werden. Erfasst werden sowohl demografische Parameter als auch Krankheitsdaten, Therapien, der Verlauf und eine Reihe sozialer Aspekte. Patient:innen sind eingeladen, sich freiwillig an diesem Register zu beteiligen und damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Parkinson-Versorgung in Österreich zu leisten.
Der Welt-Parkinson-Tag findet jährlich am 11. April statt. Der Tag wurde zu Ehren von Dr. James Parkinson, dem Entdecker der Krankheit, gewählt – sein Geburtstag fällt auf den 11. April 1755. 1817 hat er erstmals die Symptome der später nach ihm benannten Erkrankung beschrieben. Seit 1997 wird dieser Tag weltweit genutzt, um das Bewusstsein für die Erkrankung zu stärken, Betroffene und Angehörige zu unterstützen sowie Fragen zum Thema Parkinson zu beantworten.
Die Österreichische Parkinson-Gesellschaft ist eine medizinische Fachgesellschaft mit dem Ziel, die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) und anderen Bewegungsstörungen zu verbessern. Besondere Anliegen sind die Förderung von Forschung im Bereich Bewegungsstörungen, die kontinuierliche Fortbildung von medizinischem Fachpersonal sowie die Information von Betroffenen und der Öffentlichkeit über den Morbus Parkinson und verwandte Erkrankungen.
Presse-Rückfragen & Interviewvereinbarung
com.media – Agentur für Kommunikation
Mag. Dr. Karin Assadian
Tel.: +43 676 33 63 568
E-Mail: karin.assadian@commedia.co.at
Web: www.commedia.co.at
Über die ÖPG
Die Österreichische Parkinson-Gesellschaft ist eine medizinische Fachgesellschaft mit dem Ziel, die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) und anderen Bewegungsstörungen zu verbessern. Besondere Anliegen sind die Förderung von Forschung im Bereich Bewegungsstörungen, die kontinuierliche Fortbildung von medizinischem Fachpersonal sowie die Information von Betroffenen und der Öffentlichkeit über den Morbus Parkinson und verwandte Erkrankungen.
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