P-Aktuell 01.2026

Neues zur Huntigton-Krankheit

Einleitung

Die Huntington-Krankheit (HK) ist eine autosomal-dominant vererbte neurodegenerative Erkrankung, die durch eine pathologische Expansion von CAG-Tripletts im HTT-Gen auf dem kurzen Arm des Chromosoms 4 verursacht wird (4p16.3). Das entsprechende Genprodukt, das Huntingtin (HTT-Protein), ist ein ubiquitär exprimiertes und für die neuronale Entwicklung sowie die Aufrechterhaltung der zellulären Homöostase wichtiges Protein.

Die krankheitsverursachende Mutation im HTT-Gen führt zu einer übermäßigen Verlängerung von CAG-Trinukleotid-Repeats am 5’-Ende von Exon 1 (HTT/IT-15). Das Codon CAG kodiert für die Aminosäure Glutamin und bedingt die Ausbildung einer Polyglutaminkette (PolyQ-Kette) innerhalb des Proteins. Das daraus resultierende mutierte HTT-Protein (mHTT) entfaltet eine toxische Wirkung, die zu Funktionsstörungen und letztlich zu selektivem Zelltod besonders vulnerabler Neurone führt, insbesondere der GABAergen, mittelgroßen Projektionsneurone im Striatum; im weiteren Verlauf werden auch kortikale Areale zunehmend mitbetroffen.

Ältere epidemiologische Studien aus Europa und den USA ergaben eine Prävalenz der Huntington-Erkrankung von etwa 10–13/100.000 Einwohner, wobei die Prävalenz regional deutlich schwankt. Neuere systematische Analysen zeigen deutliche regionale Unterschiede: Ein rezenter Review beschreibt eine Inzidenz von 0,48/100.000 für die Jahre 2011–2022, mit Werten zwischen 0,38 in Europa und 1,21 in Nordamerika. Die kombinierte weltweite Prävalenz beträgt 4,88/100.000 und schwankt von 0,25 in Afrika bis 11,42 in Südamerika.

Klinisch ist die Huntington-Krankheit durch eine Trias aus motorischen, kognitiven und psychiatrischen Symptomen ...

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